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Wir haben Klimajournalismus buchstäblich in Bewegung gebracht! Am 6. Mai 2026 kamen wir gemeinsam mit Helmholtz KLIMA, dem Museum für Naturkunde Berlin, der Charité und dem Futurium mit Medienschaffenden sowie führenden Köpfen aus Wissenschaft und Forschung ins Gespräch – bei einem Spaziergang, moderiert von Dr. Eckart von Hirschhausen.

Was wäre, wenn die wirkungsvollsten Gespräche über die Klimakrise nicht auf Podien stattfinden, sondern auf dem Gehweg? Unter dem Motto „Klima in Bewegung“ haben wir genau das ausprobiert: rund 30 Menschen aus Journalismus und  Wissenschaft haben sich zu Fuß durch das Berliner Regierungsviertel bewegt.

Ein Tag, drei Orte, viele Gespräche – unser Video gibt einen kurzen Einblick:

Unsere Stationen

Vom Museum für Naturkunde Berlin, über die Charité zum Futurium bewegten wir uns von der Vergangenheit über die Gegenwart in die Zukunft.

Museum für Naturkunde – Artenvielfalt und Ozeane.

Den Auftakt machte das Museum für Naturkunde. Prof. Johannes Vogel, Prof. Dr. Josef Settele und Prof. Dr. Katja Matthes zeigten eindrucksvoll, warum Ökosysteme wie Wälder und Ozeane keine Nebenthemen sind, sondern unsere Lebensgrundlagen. Welche Geschichten haben die Medien bislang zu wenig erzählt? Und wie lassen sich Artenvielfalt und Klimawandel so vermitteln, dass Menschen wirklich zuhören?

Prof. Dr. Josef Settele mit Dr. Eckart von Hirschhausen © Stefan Melchior

Prof. Dr. Katja Matthes © Stefan Melchior

Besonders der Ozean verdient dabei mehr Aufmerksamkeit, nicht nur als „Sorgenkind“ sondern auch als Lösungsraum. Wie Katja Matthes es auf den Punkt brachte: „Der Ozean ist die Klimaanlage des Planeten, denn 90 Prozent der überschüssigen Wärme werden im Ozean gespeichert und 30 Prozent des CO₂ seit Beginn der Industrialisierung.“ Ein Quadratmeter Seegras kann dabei 30 bis 40 Mal so viel CO₂ im Boden speichern wie ein Quadratmeter Wald und schützt gleichzeitig Küsten und dient als Kinderstube für Fische und Schnecken.

Charité – Klimaschutz ist Gesundheitsschutz

An der Charité wurde ein oft übersehener Zusammenhang greifbar: Klimaschutz ist Gesundheitsschutz. Prof. Dr. Claudia Traidl-Hoffmann (Helmholtz Munich) und Sophie Gepp vom Centre for Planetary Health Policy (CPHP) zeigten, wie stark die Auswirkungen des Klimawandels auf die Gesundheit bereits heute sind – von Hitzewellen über Allergien bis hin zu psychischen Belastungen durch Extremereignisse. Die immensen wirtschaftlichen Kosten durch Hitze machen deutlich: Das Nicht-Handeln schwächt nicht zuletzt die Wirtschaft.

Prof. Dr. Claudia Traidl-Hoffmann © Stefan Melchior

Astrid Lurati © Stefan Melchior

Astrid Lurati, Vorständin Finanzen und Infrastruktur der Charité, zeigte zudem, wie das Haus selbst handelt – mit konkreten Nachhaltigkeitsmaßnahmen in den Bereichen Mobilität, Gebäude und Ernährung. Die Lösungen liegen auf dem Tisch – auch dank der Pioniere des Gesundheitswesens. Und bei Klimaschutz und Nachhaltigkeit gilt: Abgucken und nachmachen sind ausdrücklich erwünscht!

Futurium – Eine Unterhausdebatte über Klimakommunikation

Unterhausdebatte im Futurium © Stefan Melchior

Stefan Brandt, Direktor des Futuriums, begrüßte am Abend rund 150 Menschen – Journalist:innen, Bundestagsabgeordnete, Wissenschaftler:innen und interessierte Bürger:innen. Das Format: eine Unterhausdebatte nach britischem Vorbild. Menschen sitzen sich gegenüber, hören zu, widersprechen, argumentieren. Keine vorbereiteten Monologe, sondern eine echte Auseinandersetzung. „Ja“ oder „Nein“. Sollten Klimaskeptiker:innen mehr Raum in den Medien bekommen? Sind Wissenschaftler:innen politisch aktiv genug? Die Positionen waren unterschiedlich, aber eines kristallisierte sich heraus: Die meisten Menschen wollen handeln, wenn Klimaschutz als Frage von Gesundheit, Lebensqualität und Wohlstand erzählt wird. Nicht als Verzicht, sondern als Chance.

Stefan Brandt © Stefan Melchior

Toralf Staud brachte es treffend auf den Punkt: „Klima braucht keine Bühne – Klima ist die Bühne.“

Die Frage ist nicht ob wir über Klima sprechen. Sondern wie. Wissenschaft, Journalismus und Politik sitzen dabei nicht auf verschiedenen Seiten. Sie gehen, im besten Fall, gemeinsam den Weg.

Gruppenfoto im Museum für Naturkunde Berlin © Stefan Melchior