Mensch, Erde! Niemand möchte gefressen werden.

Die Art, wie wir uns ernähren und mit Lebensmitteln umgehen, beeinflusst unsere eigene Gesundheit als auch die des Planeten. Wir könnten es alle miteinander schöner haben, wenn wir mehr Pflanzliches als Tierisches essen würden.

Von der Diagnose zur Therapie

Lesedauer: eine Minute

Welche Symptome beobachten wir an uns?

Darmkrebs, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes, Allergien, Antibiotikaresistenzen

Diagnose: Was steckt dahinter?

Für die Massentierhaltung und die konventionelle Landwirtschaft werden viele Antibiotika und Pestizide eingesetzt. Diese Chemikalien landen über Fleisch, Obst und Gemüse in unserem Körper. So entstehen zum Beispiel Antibiotikaresistenzen und Allergien. Für diese Art der Landwirtschaft wird viel Fläche gebraucht. Dafür werden unter anderem Wälder gerodet. Das wiederum ist schlecht fürs Klima.

Wie geht es besser: Was kann ich selbst tun?

  • Nur kaufen, was Du wirklich brauchst.
  • Weniger oder gar kein Fleisch essen.
  • Ökologisch angebaute Produkte kaufen.
  • Keine Lebensmittel wegwerfen und die Reste verwerten.

Wie es besser geht: Therapie auf der politischen Ebene

Politisch gesehen brauchen wir eine Agrar- und Lebensmittelwende, um die Klimaziele zu erreichen. Dazu gibt es schon viele konkrete Ansätze wie z.B.

  • Konsequent auf ökologischen Landbau setzen, mit einem 25%-igen Anteil von Ökolandbau.
  • Konventionell angebaute Produkte nicht künstlich billiger machen.
  • Bio-Quote in Kantinen und Mensen konsequent weiter erhöhen.
  • Offizielle Ernährungsempfehlungen und Qualitätsstandards für die Gemeinschaftsverpflegung festlegen (z.B. in Krankenhäusern, Pflegeheimen, Schulen und öffentliche Einrichtungen).
  • Verbote von Pestiziden ausweiten.
  • Die Umweltkosten müssen sich in den Preisen genauso widerspiegeln wie die Produktionskosten der Lebensmittelerzeugung.
  • Mehr Anreize für gesündere, fleischarme Ernährung schaffen.

Wie das konkret gehen kann, steht in dieser Forderung der Klima-Allianz Deutschland, in der die Stiftung Gesunde Erde – Gesunde Menschen als Mitgliedsorganisation aktiv ist.

Klimawandel und Ernährung

Tiefer ins Thema eintauchen – Lesedauer: zwei Minuten

Um den Klimawandel zu stoppen, brauchen wir mehr Bäume, denn sie nehmen CO₂ auf und binden es. Wenn wir Flächen konsequent für die Erhaltung und Aufforstung von Bäumen statt für Tierhaltung nutzen, die Artenvielfalt schützen, verantwortungsvoll mit Wasser umgehen und mit der Planetary Health Diet gleichzeitig neue Ernährungsspielregeln einführen, könnten wir sogar zehn Milliarden Menschen ernähren.

Ernährung, Gesundheit, Klima: Welche Rolle die Landwirtschaft spielt

Die industrielle Massentierhaltung ist einer der größten Klimakiller. Um das Vieh zu ernähren, vernichten wir Wälder. Die Landwirtschaft erzeugt rund ein Viertel der gesamten CO₂-Emissionen und ist damit verantwortlich für mehr Treibhausgase als alle Autos, alle Schiffe und alle Flugzeuge der Welt zusammen. Außerdem werfen wir zu viele Lebensmittel weg, die Menschen anderswo auf der Welt fehlen. 

Warum ist der CO₂-Abdruck der Landwirtschaft so groß?

Weil sie so viel Energie verbraucht: Sie steckt zum Beispiel in der Herstellung von Düngemitteln, im Diesel für Traktoren und in der Heizung von Ställen und Gewächshäusern. 

Neben dem CO-Ausstoß sind auch die Methan- und Lachgasemissionen ein Problem, die durch stickstoffhaltige Düngemittel und Tierhaltung erzeugt werden. Lachgas ist 300-mal so klimaschädlich wie Kohlendioxid. Laut Bundesumweltamt stammten 2018 über 60 Prozent der gesamten Methan- und fast 80 Prozent der Lachgas-Emissionen in Deutschland aus der Landwirtschaft. 

Die Landwirtschaft ist aber nicht nur verantwortlich, sondern gleichzeitig auch leidtragend: Denn sie muss mit den Folgen des Klimawandels wie Hitze, Dürre und sintflutartigen Regenfällen zurechtkommen.

Bäume und Nüsse statt Bullen: Planetary Health Diet

Wie wir unsere Lebensmittel produzieren und uns ernähren, hat großen Einfluss auf den Klimawandel. Die „Planetary Health Diet“ zielt auf eine Ernährung ab, die nicht nur für die Umwelt, sondern auch für unsere Gesundheit gut ist. Die wichtigsten Regeln: deutlich mehr Gemüse, Nüsse, Obst und Hülsenfrüchte, dafür viel weniger (am besten gar kein) rotes Fleisch und Zucker. 

Was Regenwald und Rinder mit Klimawandel und Gesundheit zu tun haben

Jeden Tag werden Millionen von Bäumen zum Beispiel im brasilianischen Regenwald abgeholzt, um Anbauflächen für noch mehr energiereiche Nahrung wie Soja und Mais zu gewinnen. Dieses Futter wird aus Südamerika nach Europa transportiert, um hierzulande Rinder zu mästen. Weil unsere Felder den vielen Viehmist nicht mehr aufnehmen können, landet er beim nächsten Regen in den Bächen und Flüssen. Dort sterben davon die Fische. 

Ist Bio-Essen wirklich gesünder?

Die Bio-Kartoffel ist nicht per se gesünder und enthält auch nicht automatisch mehr Nährstoffe als eine konventionell angebaute Kartoffel. Doch ist der Boden, aus dem sie stammt, gesünder. Biolandwirte gehen sorgsam mit ihm um, setzen auf Nützlinge statt auf Pestizide und verdichten ihn weniger. Weniger belastete Böden und Produkte, mehr Artenvielfalt im Boden, weniger Erosion sind einige der positiven Begleiteffekte. 

Mehr Wissen

Macht Kochen mehr Spaß als Politik?

Begegnung mit Köchin und Europa-Parlamentarierin Sarah Wiener.

Stell‘ Dir vor, Du wärst EU-Landwirtschaftsminister.

Diskussion mit dem Agrarwissenschaftler und Landwirt Felix Prinz zu Löwenstein zum EU-Green Deal.

Noch mehr Wissen

Lesedauer: Solange Du magst 😉

Wenn Du tiefer in das Thema Mobilität und Klimawandel eintauchen möchtest, findest Du hier Links zu Studien und interessanten Beiträgen.

Bericht des Bundesumweltamtes zu Überflutungsrisiken aufgrund veränderter Wasseraufnahme- und Speicherung von Böden

In den letzten Jahren entstanden trotz starker Trockenheit lokale Gewitter mit extremen Starkregenereignissen. Die trockenen Böden konnten die Wassermengen nicht aufnehmen, so dass es zu Abschwemmungen kam, die in mehreren Gemeinden zu Zerstörungen, Schlammfluten und Überschwemmungen führten. In diesem Bericht geben die Autor:innen Vorschläge zu technischen und ökonomischen Handlungsmöglichkeiten zur Verringerung der Schadwirkungen.

Umweltbundesamt, Dr. Richard Beisecker et al., Mai 2020

Mein Essen - Unser Klima

Dieses Heft erklärt, wie Klima und Nahrungsmittel zusammenhängen, welche Lebensmittel besonders klimarelevant sind und warum der wachsende Fleischkonsum die Erde bedroht. Die Autorinnen geben Tipps und zeigen, wie jede:r Einzelne seine persönliche CO2-Bilanz beim Essen verbessern kann. Die Vorschläge reichen von der Bedeutung des Fleischkonsums über Biolebensmittel bis zum Kauf des richtigen Kühlschranks. Das Layout und die lockere Sprache machen es dem/der Leser:in leicht, den Tipps zu folgen und sie im Alltag umzusetzen. Ein Heft zu einem Thema, das uns alle angeht.

Bundeszentrum für Ernährung, Claudia Dirschauer & Britta Klein, 2019

TASTE THE WASTE - Doku

In Deutschland werden jährlich bis zu 20 Millionen Tonnen Lebensmittel weggeworfen. Der Großteil landet schon auf dem Weg vom Acker in den Laden im Müll. Die Hälfte davon hätte man noch essen können. Diese Doku zeigt die komplexen Zusammenhänge der Lebensmittelproduktion- und handels und welche verheerenden Auswirkungen dies auf das Klima hat. Und wie Menschen mit pfiffigen Ideen, Lösungen entwickeln.

Teste Dein Wissen zu Klimawandel und Ernährung.

Dauer: eine Minute

Frage

Wie viele Tonnen Lebensmittel werfen wir jedes Jahr weg?

Bei uns in Deutschland landen jährlich mehr als 18 Millionen Tonnen Lebensmittel im Müll; pro Kopf 75 Kilo, das ist so viel wie ein Mensch im Durchschnitt wiegt!

Mehr erfahren

Frage

Mensch oder Tier: Für wen bauen wir mehr Getreide an?

Von dem gesamten Getreide, das in den USA angebaut wird, sind es gerade einmal zehn Prozent, die von Menschen gegessen werden.

Frage

Kann Bananeneis die Welt verbessern?

Ja, auch wenn es abwegig klingt: Johan Rockström, der Direktor des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung, zeigt in seinem Kochbuch, wie Essen gleichermaßen gesund und nachhaltig sein kann.

Mehr erfahren