Welche Rolle spielen Kirchen und kirchliche Organisationen beim Klimaschutz? Was bedeutet die Bewahrung der Schöpfung und: Haben Sie sich die Bedeutung von „wie im Himmel so auf Erden“ schon mal im Zusammenhang mit der Verbrennung von Kohlenstoff klar gemacht? Gemeinsam mit den Hilfsorganisationen Brot für die Welt und Misereor haben wir beim 102. Katholikentag im Mai 2022 zu mehr christlichem Engagement im Klimaschutz aufgerufen.

Gesunde Erde – Gesunde Menschen. Neue Narrative für die eine Welt. Die Auswirkungen des Klimawandels auf unsere Gesundheit und die Erde

In seinem inspirierenden und aktivierenden Abendprogramm ermutigte unser Stiftungsgründer Eckart von Hirschhausen zu mehr „Übernächstenliebe“: „Wenn der Kern des Christentums Nächstenliebe sei, dann müssen wir diese räumlich und zeitlich ausweiten. Es gibt vor allem zwei Kerngruppen, die am härtesten von der Klimakrise betroffen sind und am wenigsten dazu beigetragen haben: Erstens Menschen des globalen Südens und zweitens zukünftige Generationen“.

Neue Denkanstöße auf dem Katholikentag 2022

Zwischen Musik, Gesang und wertvollen Denkanstößen diskutierte Eckart von Hirschhausen mit seinen Gästen Dagmar Pruin, Pirmin Spiegel, Gabriel Klaasen und Luisa Neubauer über Lösungen zur Klimakrise und positive Zukunftsvisionen aus aller Welt.

„Es ist entscheidend anzuerkennen, dass die Menschen vor Ort diejenigen sind, die wissen und entwickeln können, was ihnen tatsächlich hilft. Entwicklungszusammenarbeit heißt, diese Menschen darin zu empowern und ihnen eine Stimme und ein Gesicht zu geben“, betonte Dagmar Pruin, Präsidentin von Brot für die Welt. Dazu zeigte Pruin Film-Beispiele und Lösungsansätze zum Umgang mit Dürre von Kleinbäuer:innen aus Simbabwe.

Waehrend der Abendveranstaltung "Gesunde Erde, gesunde Menschen. Neue Narrative fuer die eine Welt" fuehrt Dr. med. Eckart von Hirschhausen (1. Person v. links) ein Interwiev mit Dagmar Pruin (2. Person v. links, Praesidentin Brot fuer die Welt und Diakonie Katastrophenhilfe) und Pirmin Spiegel (3. Person v. links, Hauptgeschaeftsfuehrer und Vorstandsvorsitzender des Bischoeflichen Hilfswerkes Misereor).

Pirmin Spiegel, Hauptgeschäftsführer von Misereor machte sich dafür stark, die Unabhängigkeit des globalen Südens von Weizenimporten aus der Ukraine und Russland zu fördern. „Mit unseren Projektpartnern erinnern wir an traditionelle Ernährungsweisen, wie Hirseanbau, um so dem Hunger durch lokale kleinbäuerliche Landwirtschaft entgegenzuwirken und Ernährungssicherheit zu gewährleisten“.

Gabriel Klaasen, Projektleiter bei Project 90by2030, stellte auf mitreißende Weise den Klima-Aktivismus in Südafrika vor. Mit dem „Wonderbag“, einem übergroßen Kochtopfwärmer, zeigte Gabriel, wie sie gegen Energie-Armut vorgehen und mit einfachen Mitteln Energie sparen und gesundheitsschädliche Raumluftverschmutzung vermindern.

Eckart von Hirschhausen stuelpt sich den Wonderbag ueber den eigenen Kopf.

Überraschungsgast Luisa Neubauer, Klimaaktivistin bei Fridays4Future forderte angesichts des Ukraine-Kriegs ein Ende des Imports von Öl und Gas von Autokraten wie Wladimir Putin.

Fotos: Christoph Püschner

Das gesamte Abendprogramm „Gesunde Erde – Gesunde Menschen. Neue Narrative für die eine Welt“ ist hier verfügbar.

Bibelarbeit „Hannas Loblied“ 1 Sam 2,1-10

Mitwirkung von Fernanda Wolff Metternich, Referentin bei Stiftung Gesunde Erde – Gesunde Menschen und Stefan Mispagel, Projektleiter bei der Stiftung HUMOR HILFT HEILEN.

Musik: Christoph Reuter & Sama Damaszener, Sufi-Musik

Über den Katholikentag

Katholikentage sind Großereignisse. Sie finden in der Regel alle zwei Jahre statt – jeweils in einer anderen Stadt. Für fünf Tage kommen mehrere zehntausend Katholik:innen und Gläubige aller Konfessionen und vieler Religionen aus Deutschland, Europa und der Welt zusammen, um gemeinsam zu beten, zu diskutieren und zu feiern. Die Besucher:innen erwarten Gottesdienste, große und kleine Podien, Werkstätten, Konzerte, Ausstellungen, Theater und vieles mehr.