Ein gesunder Planet ist die Grundvoraussetzung für unsere Gesundheit. Wie nachhaltig ist aber das Gesundheitssystem selbst?

Auf dem Gesundheitskongress des Westens trafen sich am 3. und 4. Mai 2022 Gesundheitspolitiker, Krankenhausmanager, Ärzte, Pflegefachkräfte, Gesundheitsökonomen und Versorgungswissenschaftler. Gemeinsames Ziel: Nachhaltige Strukturen zu schaffen, um unsere Gesundheitsversorgung auch für die nachfolgenden Generationen zu bewahren. GEGM war in Köln dabei und mischte sich in die Diskussion ein – mit konkreten Lösungsideen.

Gesundheitskongress des Westens: Ideen für mehr Nachhaltigkeit

Das Thema Nachhaltigkeit im Gesundheitswesen wird immer aktueller. Allen ist inzwischen klar, dass die Ressourcen, die das System benötigt, künftig nicht unbegrenzt zur Verfügung stehen. Es geht um Ressourcenschonung, und zwar in ökologischer, ökonomischer und personeller Hinsicht. Aber auch um soziale Gerechtigkeit, Teilhabe und Chancengleichheit.

Wir waren beim Gesundheitskongress des Westens, um Akteur:innen zu vernetzen, in Austausch zu kommen und luden ein zu einem Panel mit dem Thema „Nachhaltigkeit im Gesundheitswesen: Best Practice Beispiele“. Moderiert von Eckart von Hirschausen diskutierten:

  • Judith Mohren – Ärztin und MScPH bei den KlimaDocs
  • Wolfgang K. Hoever – Vorstand inoges-AG
  • Dr. Christian Grah – Facharzt für Innere Medizin/Pneumologie und Leiter der medizinischen Klinik mit Schwerpunkt Pneumologie sowie des Lungenkrebszentrum (DKG), Havelhöhe
  • Kerstin Blum – Geschäftsführerin der Stiftung „Gesunde Erde – Gesunde Menschen“
Podium beim Gesundheitskongress des Westens 2022

Die Folgen des Klimawandels in Deutschland sind inzwischen wissenschaftlich gut prognostiziert, die Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit gut beschrieben. Erste Gesundheitsfolgen sind auch in Deutschland schon gemessen worden und die Wissenschaft legt Projektionen dazu vor, wie sich ohne Klimaschutz die Zahl der Krankenhauseinweisungen entwickeln könnte.

Es ist also nicht mehr von der Hand zu weisen: Das Gesundheitswesen muss sich mit dem Klimawandel auseinandersetzen. Denn:

  • … es ist durch die aufgezeigten Gesundheitsfolgen direkt betroffen
  • … es ist ein relevanter Emittent mit hohem Rohstoffverbrauch und muss also einen Beitrag zur Mitigation leisten
  • … es ist ein sichtbarer Sektor mit Vertrauen und Strahlkraft

Immer mehr Akteure im Gesundheitswesen werden aktiv

Hat man Klimaschutz als Ziel akzeptiert, ist Veränderung in Richtung Nachhaltigkeit die zwingende Folgerung. Um ein nachhaltiges Gesundheitswesen zu gestalten, muss

  1. Umweltverträglichkeit/Ökologie eine Zieldimension neben Zugang, Qualität und Wirtschaftlichkeit werden.
  2. Nachhaltigkeit im Sinne einer langfristigen Betrachtung die Grundlage von strategischen Entscheidungen und politischem Handeln werden.

Neben Diskussionen und Vorträgen gab es in diesem Jahr auch „Green Health“, ein Wettbewerb bei dem sich nachhaltige und klimaneutrale Projekte vorstellen. Mit dabei waren unter anderem das Climate Friendly Hospital Havelhöhe, Health for Future und ZUKE Green – allesamt starke Projekte und Unternehmungen, die sich schon jetzt für ein nachhaltiges und klimaneutrales Gesundheitswesen einsetzen.

Der Gesundheitskongress des Westens ist der führende Kongress für Gesundheitspolitik und Gesundheitswirtschaft im Westen Deutschlands. In diesem Jahr wurde er hybrid ausgerichtet.