Wie wir uns nachhaltiger ernähren können

Am 2. Dezember 2021 fand die machbar-Konferenz im Online-Format als Livestream statt. In einem moderierten Gespräch mit dem Koch, Moderator und Autor Christian Rach widmete sich unser Gründer Dr. Eckart von Hirschhausen dem Thema: „Woher kommt die Motivation? – Wie wir zu einer gesunden, klimafreundlichen und global nachhaltigen Ernährung kommen.“

Eckart von Hirschhausen im Gespräch mit Christian Rach

Es tut dem Klima gut, wenn wir weniger Fleisch essen – jedoch fällt es nicht immer leicht, die Ernährung nachhaltiger zu gestalten. Auch sind nicht alle vegetarischen oder veganen Produkte automatisch klimafreundlich. Viele Süßwaren beinhalten zum Beispiel Palm- oder Kokosöl aus Indonesien, Ghana oder von der Elfenbeinküste. Den Großplantagen fallen kleinbäuerliche Betriebe zum Opfer und der Regenwald leidet unter der breitflächigen Abholzung.

Aber wie gelingt eine klimaschonende Ernährung – und was kann jede:r Einzelne tun? Darüber sprachen Eckart von Hirschhausen und Christian Rach.

Eckpunkte des Gesprächs über nachhaltige Ernährung

  • Bewusstsein schaffen: Schon im frühen Kindesalter für die Zusammenhänge von Klima und Ernährung sensibilisieren – darin sieht Christian Rach eine der zentralen Aufgaben der Ampelkoalition und der Bildungspolitik der Länder. Aber auch die Eltern und andere Erziehungsberechtigte seien gefragt, so Eckart von Hirschhausen.
  • Individuell gesünder essen: Wir können persönliche Entscheidungen treffen, wenn wir unseren Teller bestücken – und dabei über den Tellerrand gucken, davon ist Hirschhausen überzeugt. Dafür braucht es neben der Bewusstseinsförderung neue Routinen. Wenn wir zum Beispiel zwei von drei Mahlzeiten fleischlos gestalten, schützen wir nicht nur das Klima, sondern auch unsere Gesundheit.
  • Genuss nicht Verzicht: Es geht nicht um Verbote, sondern darum, „den Mund wässrig zu machen“ für eine gesündere, pflanzenbasierte Ernährungsweise – so Rach. Das sei auch günstig und mit wenig Zeitaufwand möglich.
  • Verwerten nicht wegwerfen: 18 Millionen noch verwertbare Lebensmittel landen in Deutschland jährlich in der Tonne – davon müssen wir wegkommen.
  • Besser kommunizieren: Nicht nur die klassischen Medien sind gefragt, sondern auch Influencer:innen in den sozialen Medien, um eine klimafreundlichere Ernährungsweise zu erreichen. Dafür wichtig ist auch die Vernetzung aller Beteiligten untereinander sowie die Bündelung von Kompetenzen.
  • Rahmenbedingungen anpassen: Die Politik ist gefordert, Hebel zu bedienen, um die nachhaltige Ernährung zu fördern, zum Beispiel durch eine Zuckersteuer auf ungesunde Limonaden, wie es sie etwa in England schon gibt. Auch die nachhaltige Landwirtschaft und Flächennutzung müssen überdacht und mutig gefördert werden, zum Beispiel durch Agrophotovoltaik, bei der landwirtschaftliche Flächen gleichzeitig zur Stromerzeugung genutzt werden.

machbar-Bericht erschienen

Der diesjährige machbar-Bericht, der im Zuge der Konferenz erschienen ist, widmet sich wie diese dem Thema „Das große Ganze – wie wir Ernährung, Klima und Gesundheit zusammendenken können“. Darin kommen verschiedene Expert:innen zu Wort, um den komplexen Zusammenhängen auf den Grund zu gehen.

Unsere Stiftung ist auch vertreten mit dem Beitrag „Gesunde Erde – gesunde Menschen. Wer das Klima schützt, sorgt auch für unsere Gesundheit“ von Geschäftsführerin Kerstin Blum und Eckart von Hirschhausen.

Sehen Sie hier die gesamte machbar-Konferenz im Video:

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(Ab 1:18:45 startet das Gespräch von Eckart von Hirschhausen mit Christian Rach)

Über die machbar-Konferenz

Die machbar-Konferenz ist ein jährliches Format, das vom Netzwerk Agenda 2030 initiiert wurde. Ihr Ziel ist es, mit Vertreter:innen aus Politik und Wirtschaft über zivilgesellschaftliche Forderungen an die aktuelle Nachhaltigkeitspolitik zu diskutieren. In diesem Jahr wurde die Konferenz von folgenden Organisationen veranstaltet: Arbeitsgemeinschaft der Familienorganisationen (AGF), CorA-Netzwerk für Unternehmensverantwortung, Deutscher Naturschutzring (DNR), Klima-Allianz Deutschland, Forum Menschenrechte, Forum Umwelt und Entwicklung, Paritätischer Gesamtverband, Plattform Zivile Konfliktbearbeitung (PZKB) und VENRO.

Lesen Sie weiter, wie sich unsere Ernährung aufs Klima auswirkt.